Magische Sonnenuntergänge: Der ultimative Leitfaden für perfekte Fotos – Von der Planung bis zur Nachbearbeitung

Die goldenen Stunden des Sonnenuntergangs sind für Fotografen ein magischer Moment. Das Licht wird weicher, die Farben intensiver und die Stimmung fast mystisch. Doch um diese Momente perfekt einzufangen, bedarf es mehr als nur ein wenig Glück. In diesem ausführlichen Blogbeitrag erfährst du alles, was du wissen musst, um beeindruckende Sonnenuntergangsfotos zu schießen – von der Planung über die richtigen Kameraeinstellungen bis hin zur Nachbearbeitung in Lightroom und Photoshop.

Die Planung des perfekten Sonnenuntergangsfotos

Jede erfolgreiche Fototour beginnt mit einer sorgfältigen Planung. Für Sonnenuntergänge bedeutet das, dass du den Ort deiner Aufnahmen bereits im Vorfeld erkunden solltest. Nutze Spaziergänge und Wanderungen, um interessante Spots zu finden. Wenn du einen passenden Ort gefunden hast, kann dir die App Sun Surveyor weiterhelfen. Diese App bietet eine Live-Ansicht, die zeigt, wo die Sonne untergehen wird. Speichere dir den Spot in Google Maps ab, damit du ihn später leicht wiederfinden kannst.

Bei Sonnenaufgängen lässt mich mein Bett einfach noch nicht gehen und das Kopfkissen sagt: „Bleib hier.“ Deshalb konzentriere ich mich eher auf Sonnenuntergänge😜.

Der richtige Zeitpunkt

Um das Beste aus einem Sonnenuntergang herauszuholen, solltest du etwa eine Stunde vor dem eigentlichen Sonnenuntergang an deinem Spot sein. So hast du genug Zeit, um den idealen Bildausschnitt zu suchen und die Perspektive festzulegen. Der frühe Vogel fängt nicht immer den Wurm, aber in diesem Fall fängt er das beste Licht.

Kameraeinstellungen für Sonnenuntergänge

Sobald der Spot gewählt ist und die Kamera auf dem Stativ steht, beginnen die Feineinstellungen. Hier sind die wichtigsten Schritte:

  1. Blende: Beginne mit einer Blende von 8. Diese Einstellung bietet eine gute Balance zwischen Schärfentiefe und Lichtmenge.
  2. ISO: Setze den ISO-Wert auf 100, um das Bildrauschen zu minimieren.
  3. Belichtungszeit: Im Blendenautomatik-A-Modus wird die Belichtungszeit von der Kamera vorgegeben.

Um einen Sonnenstern ins Bild zu bekommen, schließe die Blende weiter auf etwa 16 oder 18. Wichtig ist, dass sich die Sonnenstrahlen an einer Kante brechen – sei es ein Berggipfel, das Dach einer Hütte oder wie in unserem Bild, an der Wolke. Ein gut vergütetes Objektiv liefert dabei bessere Ergebnisse.

 

Wichtige Tipps für die Kameraeinstellungen

  • Bildstabilisator ausschalten: Da du ein Stativ verwendest, sollte der Bildstabilisator deaktiviert sein. Andernfalls kann er versuchen, ein stabiles Bild zu stabilisieren und es dadurch unscharf machen.
  • RAW-Format: Fotografiere immer im RAW-Format, um mehr Bildinformationen zu erhalten und später mehr Möglichkeiten in der Nachbearbeitung zu haben.
  • Weißabgleich: Stelle den Weißabgleich auf Automatik. Bei RAW-Bildern spielt dieser keine Rolle, da du ihn später in der Bildbearbeitung anpassen kannst.
  • Rauschreduzierung: Schalte die Rauschreduzierung aus, da sie die Speicherdauer des Bildes verdoppelt und das Rauschen in der Nachbearbeitung besser reduziert werden kann.

 

Fotografieren des Sonnenuntergangs

Für ein optimales Ergebnis mache ich persönlich meistens zwei Bilder:

  1. Belichtung auf die hellen Bereiche im Himmel: Hierbei wird der Himmel korrekt belichtet, während der Vordergrund möglicherweise unterbelichtet ist.
  2. Belichtung auf die Tiefen im Vordergrund: Bei diesem Bild liegt der Fokus auf dem Vordergrund, während der Himmel eventuell überbelichtet sein kann.

Diese beiden Bilder werden später in Photoshop übereinandergelegt, um ein perfekt ausbalanciertes Bild zu erhalten.

Alternative: Ein Bild mit Verlaufsfilter

Falls du keinen zweiten Shot machen möchtest, kannst du auch einen Verlaufsfilter verwenden. Dieser Filter dunkelt die den Himmel ab, ohne den Vordergrund zu beeinträchtigen. Alternativ kannst du in der Nachbearbeitung die dunklen Bereiche im Vordergrund aufhellen.

Blick zurück

Vergiss nicht, dich während des Sonnenuntergangs auch einmal umzudrehen. Oft entstehen hinter dir beeindruckende Lichtstimmungen, die ebenfalls ein tolles Motiv abgeben können.

Nachbearbeitung in Lightroom und Photoshop

Sind alle Bilder im Kasten, geht es an die Nachbearbeitung. Hier ziehe ich die Bilder zunächst in Lightroom. Für die Bearbeitung mit zwei Bildern gehe ich wie folgt vor:

Beide Bilder öffnen: Zuerst öffne ich beide Bilder in Lightroom und aktiviere die Profilkorrekturen, chromatischen Aberrationen und Schärfe.

Bearbeitung des dunkleren Bildes:

  • Belichtung: +0,65 (um den Himmel und die Sonne aufzuhellen)
  • Kontrast: +4
  • Lichter: -48
  • Dynamik: +16

Bearbeitung des helleren Bildes:

  • Belichtung: +0,3
  • Kontrast: +19
  • Lichter: -9
  • Tiefen: +19
  • Struktur: +6
  • Klarheit: +3
  • Dynamik: +10

Nach der Grundbearbeitung in Lightroom öffne ich beide Bilder in Photoshop als Ebenen:

  • Ebenen automatisch ausrichten: Beide Bilder markieren und unter dem Reiter „Bearbeiten“ finde ich den Menüpunkt „Ebenen automatisch ausrichten“.
  • Linearen Verlauf anwenden: Auf das obere Bild lege ich einen linearen Verlauf (Vordergrundfarbe Weiß auf Transparent) von der Mitte des Himmels bis zur Mitte des Vordergrunds an.
  • Gradationskurve mit Schnittmaske: Diese wird auf das untere Bild angewendet. In der Gradationskurve lege ich eine leichte S-Kurve an und ziehe einen Verlauf von der Mitte des Vordergrunds bis zur Unterkante des Himmels.
  • Tonwertkorrektur mit Schnittmaske: Diese wird auf das obere Bild angewendet. Den mittleren Regler ziehe ich von 1,0 nach links auf ca. 1,5, um den Himmel heller zu machen.
  • Farbbalance mit Schnittmaske: Ebenfalls auf das obere Bild, um den Himmel wärmer zu gestalten. Unter „Licht“ ziehe ich den Regler bei Rot auf +30 und bei Gelb auf -10.
  • Um der Sonne einen leichten Glow zu verleihen, lege ich eine neue Ebene an, nehme einen Pinsel mit einer Größe von 5000, Deckkraft 100%, Fluss 5%, die Vordergrundfarbe auf ein leichtes Orange stellen und klicke 2-3 Mal auf die Sonne.

Die Bearbeitung ist immer Geschmackssache. Spiel ein wenig mit den Reglern, bis das Bild deinen Vorstellungen entspricht. Wenn du diese Schritte befolgst, wirst du beeindruckende Sonnenuntergangsfotos erhalten, die die Magie des Moments einfangen.

Tipps zur Komposition bei Sonnenuntergangsfotos

Die richtige Komposition ist entscheidend für beeindruckende Sonnenuntergangsbilder. Hier sind einige Tipps, um deine Bilder noch besser zu machen:

  • Regel der Drittel: Teile dein Bild gedanklich in neun gleichgroße Teile und platziere die wichtigsten Elemente entlang dieser Linien oder an ihren Schnittpunkten. Dies hilft, ein ausgewogenes und interessantes Bild zu erstellen.
  • Vordergrund einbeziehen: Ein interessanter Vordergrund kann deinem Bild Tiefe verleihen und den Betrachter ins Bild ziehen. Suche nach natürlichen Elementen wie Felsen, Pflanzen oder Wasser, die dem Bild mehr Dimension geben.
  • Linienführung: Verwende führende Linien, um den Blick des Betrachters ins Bild zu lenken. Wege, Flüsse oder Baumreihen können als natürliche Führungswege dienen, die den Betrachter zum Hauptmotiv führen.
Drittelregel , führende Linien und Vordeergrund einbezogen. Also einfach alles

Weitere Tipps und Tricks für beeindruckende Sonnenuntergangsbilder

  • Spiele mit der Belichtung: Experimentiere mit verschiedenen Belichtungseinstellungen, um die perfekte Balance zwischen den hellen und dunklen Bereichen zu finden. Nutze die Belichtungskorrektur, um das Beste aus deinem Bild herauszuholen.
  • Verwende Filter: Polarisationsfilter und ND-Verlaufsfilter können helfen, das Licht besser zu kontrollieren und dramatische Effekte zu erzeugen. Ein Polarisationsfilter kann Reflexionen reduzieren und den Himmel blauer machen, während ein ND-Verlaufsfilter dunklere Wolkenstimmung ermöglicht.
  • Blendensterne: Um Blendensterne zu erzeugen, schließe die Blende auf Werte zwischen f/16 und f/22. Dadurch werden die Sonnenstrahlen in klare, sternförmige Lichtspitzen umgewandelt.
  • Wetterbedingungen beachten: Die Wetterbedingungen spielen eine große Rolle für die Stimmung und Farben eines Sonnenuntergangs. Wolken können das Licht streuen und für dramatische Effekte sorgen. Achte auf Wettervorhersagen und plane entsprechend.

 

Fazit

Die Fotografie von Sonnenuntergängen erfordert sowohl Planung als auch technisches Know-how. Mit den richtigen Kameraeinstellungen, einer sorgfältigen Planung und einer gezielten Nachbearbeitung kannst du beeindruckende Bilder erstellen, die die Magie des Moments einfangen.

Denke daran, dass Übung den Meister macht. Nimm dir die Zeit, verschiedene Techniken auszuprobieren und deinen eigenen Stil zu entwickeln. Und vergiss nicht, dich auch einmal umzudrehen und die Schönheit hinter dir zu entdecken.

Mit diesen Tipps und Tricks bist du bestens gerüstet, um atemberaubende Sonnenuntergangsbilder zu machen. Viel Spaß beim Fotografieren und halte die magischen Momente fest!

Bis zum nächsten Mal und bleib kreativ!

Ronny

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