von Ronny | Apr. 22, 2019
In diesem Beitrag zeige ich Dir was ich als Equipment für die Landschaftsfotografie nutze, wofür man diese Sachen brauch und wo Du sie erhältst.
Mit welcher Kamera fotografierst Du?
Ok, fangen wir an. Ich nutzte für alle meine Aufnahmen die Nikon D750*oder die Nikon D850*, es sind beide Vollformat Kameras. Was den Vorteil für mich hauptsächlich bringt, ist der größere Sensor, da hier nicht so viel Rauschen vorkommt bei den Nachtaufnahmen. Das soll nicht heißen, dass man mit anderen Kameras nicht auch Nachtbilder machen kann, das ist nur meine Erfahrung.
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Welche Objektive brauche ich?
Als Nächstes kommen wir zum Objektiv, da nutze ich das Nikon AF-S 24-70mm f/2.8* das ist meine immer drauf Linse, also das Objektiv was immer mit dabei ist. Als 2. Objektiv und daher wichtiger für Nachtaufnahmen wie z.B. Milchstraße usw. ist das Tokina 16-28 f/2.8*, es ist noch nicht ganz optimal für solche Aufnahmen, aber es erfüllt seinen Zweck.
Brauch ich ein Stativ?
Ja, es ist fast nichts wichtiger als ein Stativ für Landschaftsaufnahmen die in der Dämmerung, in der blauen Stunde, für die Milchstraße oder andere Langzeitbelichtungen. Um Verwacklungen zu vermeiden ist ein Stativ unumgänglich aus meiner Sicht. Ich nutze ein Manfrotto MT055XPRO3*, mit einem MHXPRO3-3W 3-Wege-Neiger*. Es ist ein wenig Preisintensiv, aber ich hatte vorher eine günstige Variante, die mir bei einem leichten Windstoß einfach umfiel. Seitdem nutze ich dieses Stativ und bin mehr aus zufrieden. Man sollte auch beachten, dass das Stativ ja auch die Kamera mit einem etwas größeren Objektiv halten sollte.
Was ist noch wichtig für Landschaftsbilder?
Was man nicht vergessen sollte ist ein Fernauslöser! Entweder als Kabelauslöser oder die Funkvariante (wovon ich allerdings abrate). Bei Funkauslösern ist meistens das Problem, das die Akkus oder Batterien leer sind, wenn man Sie braucht. Also nutze ich lieber die Kabellösung z.B. diesen Pixel Fernauslöser für Nikon*. Er ist wichtig, um nicht die Kamera zu verwackeln, wenn Sie auf dem Stativ steht und man den Auslöser an der Kamera drückt. Man kann auch im Notfall den Selbstauslöser in der Kamera auf ca. 2 oder 5 sek. Einstellen. Das ist für mich aber auf Dauer ganz schön nervig, vor allem wenn man Gewitter fotografieren möchte. Dazu mehr in einem anderen Blog Beitrag.
Wo speicherst Du Deine Bilder?
Das hätte ich jetzt fast vergessen. Die Speicherkarte ist natürlich das wichtigste nach der Kamera, ohne die funktioniert nichts. Bei den Speicherkarten kann ich nur schnelle Lese und Schreibzeiten empfehlen z.B. 90 MB/s oder besser gar 95 MB/s oder noch schneller. Das hat den einfachen Grund, dass die Kameras immer größere Bilder speichern, das hängt mit der Mega Pixel (MP) Anzahl zusammen, die die Kamera hat. Je mehr MP umso größer die Datei, die auf die Karte geschrieben werden muss. Um das zu bewerkstelligen, empfehle ich schnelle Schreibzeiten. Z.B. San Disk Extreme Pro 32GB SDHC mit 95MB/s* oder besser diese hier San Disk Extreme Pro 64GB SDHC mit 170MB/s*.
Das sollte für den Start in die Landschaftsfotografie erst mal reichen. Es gibt noch verschiedene Filter und Zubehör, auf die gehe ich in anderen Blog Beiträgen näher ein.
Wenn Fragen sind, einfach in die Kommentare.
Bis die Tage und immer eine Handvoll Licht vor der Linse
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Es gibt Momente in der Fotografie, da fragt man sich kurz: Warum tue ich mir das eigentlich an? Ich stand an einem Dienstagmorgen um halb fünf an einem Feldrand in der Elbe-Elster-Region, Tau auf den Schuhen, Kaffee noch nicht fertig – und vor mir: ein Mohnfeld. Rot. Leuchtendes Rot, soweit das Auge reicht, eingebettet in reifendes Getreide, das erste Morgenlicht drüber.
Ich hab in diesem Moment vergessen, dass ich müde war.
Mohnfelder sind das vielleicht saisonalste Motiv in der Landschaftsfotografie. Du hast ein Zeitfenster von wenigen Wochen im Jahr – meist Ende Mai bis Mitte Juni. Wer diese Wochen verpasst, wartet ein ganzes Jahr. Heute zeig ich dir, wie du diese Zeit optimal nutzt.
Mohn blüht in der Elbe-Elster-Region typischerweise von Ende Mai bis Mitte Juni, manchmal auch bis Ende Juni – abhängig vom Wetter. Bei Hitze geht es schneller, bei kühlem Wetter länger. Regen kann die Blüten beschädigen, ein Sturm legt sie flach. Du hast keine Garantien.
Die Felder findest du nicht auf der Karte eingezeichnet. Der beste Weg: Mit dem Auto oder Fahrrad die Feldwege abfahren und Ausschau halten. Mohn wächst oft als Beikraut in Getreidefeldern – nicht in Reinkultur, sondern als leuchtende Inseln im Grün und Gold.
Wenn du ein Feld gefunden hast: Sofort merken, sofort hingehen. Die Blüten können innerhalb weniger Tage vorbei sein.
Das Morgenlicht ist für Mohnfelder unschlagbar. Zwei Gründe:
Erstens: Das weiche, seitliche Licht der ersten Stunde nach Sonnenaufgang zaubert lange Schatten zwischen die Blüten und gibt dem Feld Tiefe und Struktur. Mittags flaches Licht = flaches Foto.
Zweitens: Die Blüten stehen morgens noch geschlossen oder öffnen sich gerade – sie sind frisch, stehen aufrecht, und hängen nicht schon erschöpft in der Hitze.
Mein Tipp: Sei spätestens 20 Minuten vor Sonnenaufgang am Feld. Aufgebaut, Einstellungen gesetzt, Augen auf.
Blende: f/4 bis f/8. Weite Blende (f/4) für schönes Bokeh wenn du einzelne Blüten freistellen willst. Mittlere Blende (f/8) für Schärfentiefe in der weiten Landschaft.
ISO: 100–400. Morgenlicht ist schwach, aber schön. Ruhig auf 400 gehen wenn nötig.
Belichtungszeit: 1/125 bis 1/500 Sek. Mohn bewegt sich im Wind – zu lange belichten und die Blüten werden unscharf. Bei Wind: lieber kürzer belichten und ISO etwas raufdrehen.
Brennweite: variieren. Weitwinkel (24mm) für die weite Feldlandschaft mit Himmel. Mittlere Brennweite (50–85mm) für Blüten im Getreide. Teleobjektiv (120–200mm) um einzelne Blüten aus der Masse herauszulösen und Schichten zu komprimieren.
Polfilter. Das ist der Geheimtipp für Mohnfelder: Ein Polfilter reduziert das Glänzen der Blüten, sättigt das Rot, und macht den Himmel dramatischer. Probier es aus – der Unterschied ist enorm.
Stativ für Weitwinkel-Landschaft. Für die Nahaufnahmen im Morgenlicht auch ohne Stativ möglich, wenn die Belichtungszeit kurz genug ist.
Das häufigste Fehler bei Mohnfeldern: Einfach draufhalten und hoffen. Das Ergebnis ist eine rote Fläche ohne Struktur.
Vordergrund nutzen. Geh nah ran an einzelne Blüten. Lass sie den unteren Bildrand füllen. Der Blick des Betrachters braucht einen Einstieg.
Führende Linien suchen. Feldränder, Getreidereihen, Traktorspuren – alles was den Blick ins Bild führt, macht das Foto stärker.
Horizont bewusst setzen. Himmel dominanter machen wenn er dramatisch ist – Horizont ins untere Drittel. Feld dominanter machen wenn das Rot leuchtet – Horizont ins obere Drittel.
Drohne. Von oben sieht man die Verteilung der roten Inseln im Getreide erst richtig. Das ergibt Muster die vom Boden aus unsichtbar sind.
Mohnfelder verleiten zur Übersättigung. Rot sieht in der Kamera schon knallig aus – und noch mehr Sättigung macht es schnell unecht.
Mein Ansatz: HSL-Regler für Rot und Orange leicht sättigen (+10 bis +20), aber gleichzeitig die Helligkeit der Rottöne leicht senken – das ergibt ein sattes, tiefes Rot statt einem plakativen Neon-Effekt. Farbtemperatur leicht warm lassen für die Morgenstimmung. Klarheit +10 für Struktur in den Blüten.
Schau in den nächsten Tagen bei einem Feldweg-Ausflug genau hin. Wenn du ein Mohnfeld siehst – stell heute Abend den Wecker.
Das Licht wartet nicht. Der Mohn auch nicht.
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