von Ronny | Nov. 24, 2019

Du möchtest die Milchstraße fotografieren?

Dann bist Du hier genau richtig, in diesem Artikel zeige ich Dir, schnell und unkompliziert, wie Du in wenigen Schritten, bessere Milchstraßen Bilder erstellst, ohne viel auf Technik einzugehen.

Was brauchst Du alles, um die Milchstraße fotografieren
zu können?

Eine Kamera im manuellen Modus, wo Du alles separat
einstellen kannst (z.B. Blende, Belichtungszeit und Iso), lichtstarkes
Objektiv, Stativ, Fernauslöser, Taschenlampe (Kopflampe von Vorteil) und einen
sehr dunklen Ort. Um massiv bessere Milchstraßen Bilder zu erstellen, kommst Du
an einem Bildbearbeitungsprogramm nicht vorbei. Das sind mal die wichtigsten
Punkte, um die es in diesem Artikel geht. 

Milchstraße über dem Allgäu

Milchstraße im Allgäu, hier ist die Lichtverschmutzung sehr schön zu erkennen

Den richtigen Standort wählen

Um die Milchstraße zu sehen oder zu fotografieren, solltest
Du einen sehr dunklen Ort suchen, wo so wenig Licht wie möglich ist. Du
solltest auf jeden Fall mehrere Kilometer von größeren Städten weg sein, da
dort die Lichtverschmutzung sehr hoch ist. Auch von kleinen Ortschaften
solltest Du dich fern halten. Je weniger Licht, umso besser.

Um zu sehen wieviel Licht in der Umgebung ist, wo Du fotografieren möchtest, kann ich Dir die Seite www.darksitefinder.com empfehlen. Je dunkler die Farbe auf der Karte, umso weniger Licht ist vorhanden. Da habe ich hier im Allgäu ein wenig Glück, am Alpenrand Richtung Süden wird die Lichtverschmutzung deutlich weniger. Einer der idealsten Orte überhaupt für die Milchstraße ist Teneriffa, da ist das Umgebungslicht und Lichtverschmutzung sehr gering.

Wo kannst Du die Milchstraße finden?

Du findest sie je nach Jahres- und Uhrzeit in der südöstlich
bis in die südwestliche Himmelsrichtung. In den Sommermonaten von Mai bis
September ist sie am besten zu sehen. Im Winter sieht man hier im Allgäu nur
noch die Randbereiche, was auch nicht so schlecht ist. Ich nutze die Handy App
Sun Surveyor für meine Planung. Dort siehst Du den genauen Verlauf der
Milchstraße, sowie die Sonnenaufgangs- und Untergangszeiten. Mondphasen sind
ebenfalls vorhanden. Du siehst sogar die Blaue und die Goldene Stunde, was für
Fotografen ja auch sehr interessant ist.

Milchstraßen Panorama mit Lichtverschmutzung

Milchstraßen Panorama, zu viel Licht von den Ortschaften

Du möchtest nichts mehr verpassen? Du möchtest informiert werden, wenn es etwas neues gibt?  Über Social Media erreiche ich nicht mehr jeden und deshalb gibt es diese Email Liste, wo Du dich jetzt eintragen kannst um immer auf dem neusten Stand bleiben. Probier es aus.


Das Wetter spielt natürlich auch eine sehr wichtige
Rolle dabei. Das es wolkenlos sein sollte brauche ich an dieser Stelle nicht
erwähnen. Am besten ist es bei Neumond oder wenn der Mond spät in der Nacht
aufgeht.

Jetzt weißt Du schon wo Du die Milchstraße findest, wo Du
sie am besten fotografieren kannst, bei welchem Wetter es am besten ist und die
zwei Tools für die Planung kennst Du jetzt auch schon.

Jetzt zeige ich Dir die Einstellungen der Kamera für die
Astrofotografie.

Kameraeinstellung

Welche Kamera Du nutzt spielt keine Rolle, Du solltest nur
alles separat einstellen können.  Das ist
der manuelle Modus der Kamera. Du solltest jetzt folgende Einstellungen an
deiner Kamera vornehmen:

  • Iso 2000 – 3400
  • Blende so weit offen wie möglich (2.8 oder 1.8
    oder 1.4) jetzt muss Licht auf den Sensor kommen, dass wir normal nicht haben
  • Belichtungszeit ca. 20 Sekunden

Das sind die wichtigsten Punkte, die Du einstellen können,
solltest. Für ein Bild, wo die Sterne keine Striche werden, gibt es folgende
Faustformel: DX Sensor (APS-C) 300/Brennweite und bei FX Sensoren
(FX)
sagt man 500/Brennweite.

Was bedeutet das jetzt?

Du hast z.B. eine Kamera mit APS-C Sensor (DX Format) und
ein Objektiv mit 18mm Brennweite. Dann rechnest Du jetzt die 300 geteilt
durch 18mm Brennweite und erhältst als Ergebnis 16,6 Sekunden.
Mit abrunden also 16 Sekunden Belichtungszeit. Das ist natürlich nur ein
Richtwert. So sollte es aber mir den Sternen oder der Milchstraße
funktionieren, dass sie scharf abgebildet werden.

Milchstraßen Bild mit Bäumen

Fokussieren

Jetzt ist ein gutes Auge gefragt. Der Autofokus der Kamera
wird in der Nacht nicht mehr funktionieren, da er zu wenig Kontraste erkennt.
Du kannst jetzt über den Live-View fokussieren. Das bedeutet, Du gehst in den
Live-View deiner Kamera und suchst Dir den hellsten Stern, den Du finden
kannst, zoomst an diesem Punkt rein und drehst jetzt am Objektiv so lange an
dem Fokusring, bis der Stern ganz klein wird. Dann sollte er auch am schärfsten
sein. Wenn Du ein Objektiv hast, was außen eine Skala für die Entfernung hat, dann
kannst dort den Fokusring auf unendlich stellen, dann sollte das Bild auch
scharf sein.

 

 

Objektiv

Bei den Objektiven ist Lichtstärke alles. Du solltest auf
jeden Fall ein Objektiv mit einer Lichtstärke von 2.8 oder kleiner haben (1.8
oder 1.4) Je Lichtstärker ein Objektiv, desto teurer werden sie leider auch.
Deshalb nutze ich bisher nur 2.8 an Lichtstärke. Wichtig ist natürlich auch die
Brennweite, da entscheidet sich wieviel Du von der Milchstraße auf das Bild
bekommst. Weitwinkel oder Fisheye ist auf jeden Fall von Vorteil.

Stative

Das ist ein sehr wichtiger Punkt. Es gibt Stative in
verschiedenen Größen und natürlich auch unterschiedlichen Preisklassen. Ich
persönlich habe nun mittlerweile das 3. Stativ, aber nur weil ich vorher zu
geizig war, um ein paar Euro mehr auszugeben für eine brauchbare Lösung.

Das Stativ sollte auf jeden Fall Deine Kamera, inklusive
Objektiv vom Gewicht her, halten können. Das konnten meine beiden vorhergehende
Stative nicht. Hat mir auch keiner gesagt, dass das einer der wichtigsten Punkte
bei einem Stativ ist. Nichts ist wichtiger als ein sicher Stand der Kamera
(auch bei leichtem Wind).

Milchstraßen Bild mit Blutmond
Milchstraße und Blutmond vom Hochgrat in Oberstaufen aus fotografiert. Bei fast absoluter Dunkelheit. In weiter Ferne zieht ein Gewitter auf.

Fernauslöser

Du brauchst nicht zwangsläufig einen Fernauslöser, aber er
erleichtert Dir die Arbeit ungemein. Ich nutze den Fernauslöser sehr gerne, zum
einen muss ich nicht an der Kamera auslösen, was Erschütterungen verursachen
kann. Zum anderen hast du auch die Möglichkeit, Belichtungszeiten länger wie 30
Sekunden zu realisieren. Da die meisten Kameras nur bis 30 Sekunden belichten.

Fazit:

  • dunklen Standort suchen
  • Kamera auf das Stativ stellen und einstellen:
    • Iso 2000 - 3400
    • Blende 2.8 oder kleiner
    • Belichtungszeit ca. 20 sec.
  • auf den hellsten Stern fokussieren oder am Objektiv auf unendlich stellen
  • Fernauslöser oder Selbstauslöser nutzen

Das sollte es erstmal für den ersten Teil gewesen sein.
Jetzt kannst Du auf jeden Fall Bilder von der Milchstraße oder auch nur vom
Nachthimmel machen. Im zweiten Teil geht es dann um die Bildbearbeitung.

Ich möchte mich bedanken, dass Du Dir deine wertvolle Zeit genommen hast, um diesen Artikel zu lesen. Vielen lieben Dank.

Mein Kamera Equipment was ich für die Landschaftsfotografie und auch für die Milchstraße nutze findest Du hier Equipment für Landschaftsfotografie


Du möchtest nichts mehr verpassen? Du möchtest informiert werden, wenn es etwas neues gibt?  Über Media erreiche ich nicht mehr jeden und deshalb gibt es diese Email Liste, wo Du dich jetzt eintragen kannst um immer auf dem neusten Stand bleiben. Probier es aus.


Es gibt Momente in der Fotografie, da fragt man sich kurz: Warum tue ich mir das eigentlich an? Ich stand an einem Dienstagmorgen um halb fünf an einem Feldrand in der Elbe-Elster-Region, Tau auf den Schuhen, Kaffee noch nicht fertig – und vor mir: ein Mohnfeld. Rot. Leuchtendes Rot, soweit das Auge reicht, eingebettet in reifendes Getreide, das erste Morgenlicht drüber.

Ich hab in diesem Moment vergessen, dass ich müde war.

Mohnfelder sind das vielleicht saisonalste Motiv in der Landschaftsfotografie. Du hast ein Zeitfenster von wenigen Wochen im Jahr – meist Ende Mai bis Mitte Juni. Wer diese Wochen verpasst, wartet ein ganzes Jahr. Heute zeig ich dir, wie du diese Zeit optimal nutzt.

Wann und wo – das Zeitfenster kennen

Mohn blüht in der Elbe-Elster-Region typischerweise von Ende Mai bis Mitte Juni, manchmal auch bis Ende Juni – abhängig vom Wetter. Bei Hitze geht es schneller, bei kühlem Wetter länger. Regen kann die Blüten beschädigen, ein Sturm legt sie flach. Du hast keine Garantien.

Die Felder findest du nicht auf der Karte eingezeichnet. Der beste Weg: Mit dem Auto oder Fahrrad die Feldwege abfahren und Ausschau halten. Mohn wächst oft als Beikraut in Getreidefeldern – nicht in Reinkultur, sondern als leuchtende Inseln im Grün und Gold.

Wenn du ein Feld gefunden hast: Sofort merken, sofort hingehen. Die Blüten können innerhalb weniger Tage vorbei sein.

Die beste Tageszeit – und warum Aufstehen sich lohnt

Das Morgenlicht ist für Mohnfelder unschlagbar. Zwei Gründe:

Erstens: Das weiche, seitliche Licht der ersten Stunde nach Sonnenaufgang zaubert lange Schatten zwischen die Blüten und gibt dem Feld Tiefe und Struktur. Mittags flaches Licht = flaches Foto.

Zweitens: Die Blüten stehen morgens noch geschlossen oder öffnen sich gerade – sie sind frisch, stehen aufrecht, und hängen nicht schon erschöpft in der Hitze.

Mein Tipp: Sei spätestens 20 Minuten vor Sonnenaufgang am Feld. Aufgebaut, Einstellungen gesetzt, Augen auf.

Die Kameraeinstellungen

Blende: f/4 bis f/8. Weite Blende (f/4) für schönes Bokeh wenn du einzelne Blüten freistellen willst. Mittlere Blende (f/8) für Schärfentiefe in der weiten Landschaft.

ISO: 100–400. Morgenlicht ist schwach, aber schön. Ruhig auf 400 gehen wenn nötig.

Belichtungszeit: 1/125 bis 1/500 Sek. Mohn bewegt sich im Wind – zu lange belichten und die Blüten werden unscharf. Bei Wind: lieber kürzer belichten und ISO etwas raufdrehen.

Brennweite: variieren. Weitwinkel (24mm) für die weite Feldlandschaft mit Himmel. Mittlere Brennweite (50–85mm) für Blüten im Getreide. Teleobjektiv (120–200mm) um einzelne Blüten aus der Masse herauszulösen und Schichten zu komprimieren.

Polfilter. Das ist der Geheimtipp für Mohnfelder: Ein Polfilter reduziert das Glänzen der Blüten, sättigt das Rot, und macht den Himmel dramatischer. Probier es aus – der Unterschied ist enorm.

Stativ für Weitwinkel-Landschaft. Für die Nahaufnahmen im Morgenlicht auch ohne Stativ möglich, wenn die Belichtungszeit kurz genug ist.

Komposition – so baust du das Bild auf

Das häufigste Fehler bei Mohnfeldern: Einfach draufhalten und hoffen. Das Ergebnis ist eine rote Fläche ohne Struktur.

Vordergrund nutzen. Geh nah ran an einzelne Blüten. Lass sie den unteren Bildrand füllen. Der Blick des Betrachters braucht einen Einstieg.

Führende Linien suchen. Feldränder, Getreidereihen, Traktorspuren – alles was den Blick ins Bild führt, macht das Foto stärker.

Horizont bewusst setzen. Himmel dominanter machen wenn er dramatisch ist – Horizont ins untere Drittel. Feld dominanter machen wenn das Rot leuchtet – Horizont ins obere Drittel.

Drohne. Von oben sieht man die Verteilung der roten Inseln im Getreide erst richtig. Das ergibt Muster die vom Boden aus unsichtbar sind.

Nach dem Shooting: Bearbeitung in Lightroom

Mohnfelder verleiten zur Übersättigung. Rot sieht in der Kamera schon knallig aus – und noch mehr Sättigung macht es schnell unecht.

Mein Ansatz: HSL-Regler für Rot und Orange leicht sättigen (+10 bis +20), aber gleichzeitig die Helligkeit der Rottöne leicht senken – das ergibt ein sattes, tiefes Rot statt einem plakativen Neon-Effekt. Farbtemperatur leicht warm lassen für die Morgenstimmung. Klarheit +10 für Struktur in den Blüten.

Jetzt bist du dran

Schau in den nächsten Tagen bei einem Feldweg-Ausflug genau hin. Wenn du ein Mohnfeld siehst – stell heute Abend den Wecker.

Das Licht wartet nicht. Der Mohn auch nicht.

Zeig mir dein Ergebnis! @fotoboxknissen auf Instagram oder direkt per Nachricht. 🌺

Das könnte dich auch interessieren

0 Kommentare

Kommentar Schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert