Wenige Schritte für bessere Milchstraßen Bilder

Du möchtest die Milchstraße fotografieren?

Dann bist Du hier genau richtig, in diesem Artikel zeige ich Dir, schnell und unkompliziert, wie Du in wenigen Schritten, bessere Milchstraßen Bilder erstellst, ohne viel auf Technik einzugehen.

Was brauchst Du alles, um die Milchstraße fotografieren
zu können?

Eine Kamera im manuellen Modus, wo Du alles separat
einstellen kannst (z.B. Blende, Belichtungszeit und Iso), lichtstarkes
Objektiv, Stativ, Fernauslöser, Taschenlampe (Kopflampe von Vorteil) und einen
sehr dunklen Ort. Um massiv bessere Milchstraßen Bilder zu erstellen, kommst Du
an einem Bildbearbeitungsprogramm nicht vorbei. Das sind mal die wichtigsten
Punkte, um die es in diesem Artikel geht. 

Milchstraße über dem Allgäu

Milchstraße im Allgäu, hier ist die Lichtverschmutzung sehr schön zu erkennen

Den richtigen Standort wählen

Um die Milchstraße zu sehen oder zu fotografieren, solltest
Du einen sehr dunklen Ort suchen, wo so wenig Licht wie möglich ist. Du
solltest auf jeden Fall mehrere Kilometer von größeren Städten weg sein, da
dort die Lichtverschmutzung sehr hoch ist. Auch von kleinen Ortschaften
solltest Du dich fern halten. Je weniger Licht, umso besser.

Um zu sehen wieviel Licht in der Umgebung ist, wo Du fotografieren möchtest, kann ich Dir die Seite www.darksitefinder.com empfehlen. Je dunkler die Farbe auf der Karte, umso weniger Licht ist vorhanden. Da habe ich hier im Allgäu ein wenig Glück, am Alpenrand Richtung Süden wird die Lichtverschmutzung deutlich weniger. Einer der idealsten Orte überhaupt für die Milchstraße ist Teneriffa, da ist das Umgebungslicht und Lichtverschmutzung sehr gering.

Wo kannst Du die Milchstraße finden?

Du findest sie je nach Jahres- und Uhrzeit in der südöstlich
bis in die südwestliche Himmelsrichtung. In den Sommermonaten von Mai bis
September ist sie am besten zu sehen. Im Winter sieht man hier im Allgäu nur
noch die Randbereiche, was auch nicht so schlecht ist. Ich nutze die Handy App
Sun Surveyor für meine Planung. Dort siehst Du den genauen Verlauf der
Milchstraße, sowie die Sonnenaufgangs- und Untergangszeiten. Mondphasen sind
ebenfalls vorhanden. Du siehst sogar die Blaue und die Goldene Stunde, was für
Fotografen ja auch sehr interessant ist.

Milchstraßen Panorama mit Lichtverschmutzung

Milchstraßen Panorama, zu viel Licht von den Ortschaften

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Das Wetter spielt natürlich auch eine sehr wichtige
Rolle dabei. Das es wolkenlos sein sollte brauche ich an dieser Stelle nicht
erwähnen. Am besten ist es bei Neumond oder wenn der Mond spät in der Nacht
aufgeht.

Jetzt weißt Du schon wo Du die Milchstraße findest, wo Du
sie am besten fotografieren kannst, bei welchem Wetter es am besten ist und die
zwei Tools für die Planung kennst Du jetzt auch schon.

Jetzt zeige ich Dir die Einstellungen der Kamera für die
Astrofotografie.

Kameraeinstellung

Welche Kamera Du nutzt spielt keine Rolle, Du solltest nur
alles separat einstellen können.  Das ist
der manuelle Modus der Kamera. Du solltest jetzt folgende Einstellungen an
deiner Kamera vornehmen:

  • Iso 2000 – 3400
  • Blende so weit offen wie möglich (2.8 oder 1.8
    oder 1.4) jetzt muss Licht auf den Sensor kommen, dass wir normal nicht haben
  • Belichtungszeit ca. 20 Sekunden

Das sind die wichtigsten Punkte, die Du einstellen können,
solltest. Für ein Bild, wo die Sterne keine Striche werden, gibt es folgende
Faustformel: DX Sensor (APS-C) 300/Brennweite und bei FX Sensoren
(FX)
sagt man 500/Brennweite.

Was bedeutet das jetzt?

Du hast z.B. eine Kamera mit APS-C Sensor (DX Format) und
ein Objektiv mit 18mm Brennweite. Dann rechnest Du jetzt die 300 geteilt
durch 18mm Brennweite und erhältst als Ergebnis 16,6 Sekunden.
Mit abrunden also 16 Sekunden Belichtungszeit. Das ist natürlich nur ein
Richtwert. So sollte es aber mir den Sternen oder der Milchstraße
funktionieren, dass sie scharf abgebildet werden.

Milchstraßen Bild mit Bäumen

Fokussieren

Jetzt ist ein gutes Auge gefragt. Der Autofokus der Kamera
wird in der Nacht nicht mehr funktionieren, da er zu wenig Kontraste erkennt.
Du kannst jetzt über den Live-View fokussieren. Das bedeutet, Du gehst in den
Live-View deiner Kamera und suchst Dir den hellsten Stern, den Du finden
kannst, zoomst an diesem Punkt rein und drehst jetzt am Objektiv so lange an
dem Fokusring, bis der Stern ganz klein wird. Dann sollte er auch am schärfsten
sein. Wenn Du ein Objektiv hast, was außen eine Skala für die Entfernung hat, dann
kannst dort den Fokusring auf unendlich stellen, dann sollte das Bild auch
scharf sein.

 

 

Objektiv

Bei den Objektiven ist Lichtstärke alles. Du solltest auf
jeden Fall ein Objektiv mit einer Lichtstärke von 2.8 oder kleiner haben (1.8
oder 1.4) Je Lichtstärker ein Objektiv, desto teurer werden sie leider auch.
Deshalb nutze ich bisher nur 2.8 an Lichtstärke. Wichtig ist natürlich auch die
Brennweite, da entscheidet sich wieviel Du von der Milchstraße auf das Bild
bekommst. Weitwinkel oder Fisheye ist auf jeden Fall von Vorteil.

Stative

Das ist ein sehr wichtiger Punkt. Es gibt Stative in
verschiedenen Größen und natürlich auch unterschiedlichen Preisklassen. Ich
persönlich habe nun mittlerweile das 3. Stativ, aber nur weil ich vorher zu
geizig war, um ein paar Euro mehr auszugeben für eine brauchbare Lösung.

Das Stativ sollte auf jeden Fall Deine Kamera, inklusive
Objektiv vom Gewicht her, halten können. Das konnten meine beiden vorhergehende
Stative nicht. Hat mir auch keiner gesagt, dass das einer der wichtigsten Punkte
bei einem Stativ ist. Nichts ist wichtiger als ein sicher Stand der Kamera
(auch bei leichtem Wind).

Milchstraßen Bild mit Blutmond
Milchstraße und Blutmond vom Hochgrat in Oberstaufen aus fotografiert. Bei fast absoluter Dunkelheit. In weiter Ferne zieht ein Gewitter auf.

Fernauslöser

Du brauchst nicht zwangsläufig einen Fernauslöser, aber er
erleichtert Dir die Arbeit ungemein. Ich nutze den Fernauslöser sehr gerne, zum
einen muss ich nicht an der Kamera auslösen, was Erschütterungen verursachen
kann. Zum anderen hast du auch die Möglichkeit, Belichtungszeiten länger wie 30
Sekunden zu realisieren. Da die meisten Kameras nur bis 30 Sekunden belichten.

Fazit:

  • dunklen Standort suchen
  • Kamera auf das Stativ stellen und einstellen:
    • Iso 2000 – 3400
    • Blende 2.8 oder kleiner
    • Belichtungszeit ca. 20 sec.
  • auf den hellsten Stern fokussieren oder am Objektiv auf unendlich stellen
  • Fernauslöser oder Selbstauslöser nutzen

Das sollte es erstmal für den ersten Teil gewesen sein.
Jetzt kannst Du auf jeden Fall Bilder von der Milchstraße oder auch nur vom
Nachthimmel machen. Im zweiten Teil geht es dann um die Bildbearbeitung.

Ich möchte mich bedanken, dass Du Dir deine wertvolle Zeit genommen hast, um diesen Artikel zu lesen. Vielen lieben Dank.

Mein Kamera Equipment was ich für die Landschaftsfotografie und auch für die Milchstraße nutze findest Du hier Equipment für Landschaftsfotografie


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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Hi Ronny,

    guter Beitrag und kurz gefasst. Mir fehlen noch zwei Punkte:
    1. Bildstabilisator ausschalten, wenn vorhanden
    2. Man kann mit dem AF fokussiern (auf Unendlich), danach umstellen auf manuellen Fokus. Das funktioniert, wenn ein AF/MF Schalter z. B. am Objektiv ist. Dann irrt der AF beim Auslösen nicht planlos umher 🙂

    Gruß Jürgen

    1. Hallo Jürgen,
      vielen Dank für Dein Feedback. Ja da hast Du natürlich vollkommen Recht. Den Bildstabilisator auszuschalten auf dem Stativ, sonst kommen unschärfen zustande und natürlich auch den Fokus auf manuell stellen.

      Danke Dir für den Hinweis, habe ich vergessen zu erwähnen. Sorry

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