von Ronny | Nov. 28, 2019

Milchstraße bearbeiten in Lightroom

Milchstraße bearbeiten in Lightroom hört sich komisch an, aber am Ende des Artikels siehst Du, dass es sich lohnt, mit der Bildbearbeitung zu beschäftigen.

In dem Blog Beitrag „Wenige Schritte für bessere Milchstraße Bilder“, habe ich Dir kurz erklärt wo Du die Milchstraße findest, hilfreiche App, Webseite verlinkt und die Einstellungen der Kamera gezeigt. Wenn Du den Beitrag noch nicht gelesen hast, dann solltest Du das vorher unbedingt machen.

Bearbeitung in Lightroom

Jetzt zeige ich Dir, wie Du von diesem Bild 

vorher Bild
Ausgangsbild für die Bearbeitung

zu diesem Bild Schritt für Schritt kommst.

fertig bearbeitete Milchtraße
fertig bearbeitetes Bild von der Milchstraße

Dies wird jetzt eher eine Anleitung werden, welche Werte ich eingestellt habe. Das kann von Bild zu Bild unterschiedlich sein. Deshalb betrachte die eingestellten Werte als Anhaltspunkt.

Grundeinstellungen

Farbtemperatur (Weißabgleich):  3800K damit wird das Bild mehr bläulich

Tonung:  +10 dadurch wird das Bild mehr Richtung Magenta gefärbt

Belichtung:  +1,70 das Bild wir im Ganzen heller

Tiefen:  +32 damit werden nur die dunklen Bereiche im Bild aufgehellt

Struktur: +26 dass die Kanten Bild etwas Kontrastreicher werden

Grundeinstellungen
Grundeinstellung in Lightroom

Gradationskurve

In der Gradationskurve im Kanal RGB drückst Du bei Punktkurve, rechts auf das Kästchen mit der Diagonalen und dem Punkt. Jetzt stellst Du eine leicht S-Kurve ein, wie im Bild zu sehen ist, damit kommt mehr Kontrast in das Bild.

Gradatsionskurve RGB
Gradationskurven Einstellung RGB Kanal

Jetzt wechselst Du in den Kanal Blau und ziehst den Punkt links unten, an der linken Kante leicht nach oben sodass die Tiefen leicht blau eingefärbt sind. Siehe Bild.

Gradationskurve Blau
Gradationskurven Einstellung Blau Kanal

Teiltonung

Farbton Lichter: +23 die Lichter werden jetzt mehr Orange

Sättigung Lichter: +82

Abgleich: -55

Farbton Schatten: +202 jetzt wird der Sternenhimmel noch ein wenig bläulicher

Sättigung Schatten: +10

Tipp: Wenn Du die ALT-Taste gedrückt hältst und den Farbton Regler hin und her schiebst, dann siehst Du die volle Sättigung von diesem Farbton

Teiltonung
Teiltonung in Lightroom

Details

Bei den Details, ganz wichtig, auf 100% ins Bild zoomen und dann erst die Einstellungen vornehmen.

Schärfe: +80

Radius: 0,5

Details: 6

Maskieren: +86

Rauschreduzierung

Luminanz: +15

Alle anderen Einstellungen so lassen.

Tipp: Wenn Du die ALT-Taste gedrückt hältst und den Detail Regler hin und her schiebst, dann siehst Du ein graues Bild, wo nur noch Details zu sehen und Du genauer die Details einstellen kann/willst.

Wenn Du die ALT-Taste gedrückt hältst und den Maskieren Regler hin und her schiebst, dann siehst Du ein schwarzes Bild, wo nur noch die weißen Bereiche zu sehen sind und je weiter Du den Regler nach rechts schiebst, wird das Bild immer mehr schwarz werden. Denn die hellen Bereiche sind die, die nachgeschärft werden.

Details

Objektivkorrekturen

Bei den Objektivkorrekturen kommt bei den Chromatische Apperation entfernen ein Häkchen und bei den Profilkorrekturen auch.

Verlaufsfilter

Im folgenden Bild ist der Verlaufsfilter rot markiert. Jetzt ziehst Du einen Verlauf für den Sternenhimmel auf, der ist im Bild auch rot maskiert.

Verlaufsfilter
Verlaufsfilter in Lightroom

Farbtemperatur: -15

Belichtung: +0,65

Kontrast: +22

Lichter: -27

Diese Einstellungen wirken jetzt nur auf dem Himmel.

Radialfilter

In diesem Schritt ziehst Du einen Radialfilter über der Milchstraße auf, wie es im Bild zu sehen ist. Jetzt wirkt sich die Änderung nur noch auf der Milchstraße aus. Den Radialfilter habe ich auch wieder rot markiert.

Radialfilter
Radialfilter in Lightroom

Farbtemperatur: +7 das gibt einen leichten gelben Effekt in der Milchstraße.

Belichtung: -0,05

Kontrast: +8

Lichter: +14

Tiefen: -26

Weiß: +33

Struktur: +33

Klarheit: +5

Fertiges Bild

fertig bearbeitete Milchtraße
fertig bearbeitetes Bild von der Milchstraße

Das Bild ist jetzt fertig, mehr würde ich auch gar nicht machen. Schon ein gigantischer Unterschied das fertige Bild zum Ausgangsbild.

vorher / nachherbild
vorher / nachher Bild

Fazit:

Mit ein paar wenigen Veränderungen, kann man sehr viel aus den Milchstraßen Bildern herausholen. Zuerst habe ich Dir gezeigt, wie das Ganze Bild in den Grundeinstellungen bearbeitet wird, dann habe ich Dir die selektiven Anpassungen gezeigt mit Verlaufsfilter und Radialfilter und schon sind wir am fertigen Bild angekommen.

Jetzt kannst Du auf jeden Fall Bilder von der Milchstraße oder auch nur vom
Nachthimmel machen und bearbeiten.

Ich möchte mich bedanken, dass Du Dir deine wertvolle Zeit genommen hast, um diesen Artikel zu lesen. Vielen lieben Dank.

Mein Kamera Equipment was ich für die Landschaftsfotografie und auch für die Milchstraße nutze findest Du hier Equipment für Landschaftsfotografie

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Es gibt Momente in der Fotografie, da fragt man sich kurz: Warum tue ich mir das eigentlich an? Ich stand an einem Dienstagmorgen um halb fünf an einem Feldrand in der Elbe-Elster-Region, Tau auf den Schuhen, Kaffee noch nicht fertig – und vor mir: ein Mohnfeld. Rot. Leuchtendes Rot, soweit das Auge reicht, eingebettet in reifendes Getreide, das erste Morgenlicht drüber.

Ich hab in diesem Moment vergessen, dass ich müde war.

Mohnfelder sind das vielleicht saisonalste Motiv in der Landschaftsfotografie. Du hast ein Zeitfenster von wenigen Wochen im Jahr – meist Ende Mai bis Mitte Juni. Wer diese Wochen verpasst, wartet ein ganzes Jahr. Heute zeig ich dir, wie du diese Zeit optimal nutzt.

Wann und wo – das Zeitfenster kennen

Mohn blüht in der Elbe-Elster-Region typischerweise von Ende Mai bis Mitte Juni, manchmal auch bis Ende Juni – abhängig vom Wetter. Bei Hitze geht es schneller, bei kühlem Wetter länger. Regen kann die Blüten beschädigen, ein Sturm legt sie flach. Du hast keine Garantien.

Die Felder findest du nicht auf der Karte eingezeichnet. Der beste Weg: Mit dem Auto oder Fahrrad die Feldwege abfahren und Ausschau halten. Mohn wächst oft als Beikraut in Getreidefeldern – nicht in Reinkultur, sondern als leuchtende Inseln im Grün und Gold.

Wenn du ein Feld gefunden hast: Sofort merken, sofort hingehen. Die Blüten können innerhalb weniger Tage vorbei sein.

Die beste Tageszeit – und warum Aufstehen sich lohnt

Das Morgenlicht ist für Mohnfelder unschlagbar. Zwei Gründe:

Erstens: Das weiche, seitliche Licht der ersten Stunde nach Sonnenaufgang zaubert lange Schatten zwischen die Blüten und gibt dem Feld Tiefe und Struktur. Mittags flaches Licht = flaches Foto.

Zweitens: Die Blüten stehen morgens noch geschlossen oder öffnen sich gerade – sie sind frisch, stehen aufrecht, und hängen nicht schon erschöpft in der Hitze.

Mein Tipp: Sei spätestens 20 Minuten vor Sonnenaufgang am Feld. Aufgebaut, Einstellungen gesetzt, Augen auf.

Die Kameraeinstellungen

Blende: f/4 bis f/8. Weite Blende (f/4) für schönes Bokeh wenn du einzelne Blüten freistellen willst. Mittlere Blende (f/8) für Schärfentiefe in der weiten Landschaft.

ISO: 100–400. Morgenlicht ist schwach, aber schön. Ruhig auf 400 gehen wenn nötig.

Belichtungszeit: 1/125 bis 1/500 Sek. Mohn bewegt sich im Wind – zu lange belichten und die Blüten werden unscharf. Bei Wind: lieber kürzer belichten und ISO etwas raufdrehen.

Brennweite: variieren. Weitwinkel (24mm) für die weite Feldlandschaft mit Himmel. Mittlere Brennweite (50–85mm) für Blüten im Getreide. Teleobjektiv (120–200mm) um einzelne Blüten aus der Masse herauszulösen und Schichten zu komprimieren.

Polfilter. Das ist der Geheimtipp für Mohnfelder: Ein Polfilter reduziert das Glänzen der Blüten, sättigt das Rot, und macht den Himmel dramatischer. Probier es aus – der Unterschied ist enorm.

Stativ für Weitwinkel-Landschaft. Für die Nahaufnahmen im Morgenlicht auch ohne Stativ möglich, wenn die Belichtungszeit kurz genug ist.

Komposition – so baust du das Bild auf

Das häufigste Fehler bei Mohnfeldern: Einfach draufhalten und hoffen. Das Ergebnis ist eine rote Fläche ohne Struktur.

Vordergrund nutzen. Geh nah ran an einzelne Blüten. Lass sie den unteren Bildrand füllen. Der Blick des Betrachters braucht einen Einstieg.

Führende Linien suchen. Feldränder, Getreidereihen, Traktorspuren – alles was den Blick ins Bild führt, macht das Foto stärker.

Horizont bewusst setzen. Himmel dominanter machen wenn er dramatisch ist – Horizont ins untere Drittel. Feld dominanter machen wenn das Rot leuchtet – Horizont ins obere Drittel.

Drohne. Von oben sieht man die Verteilung der roten Inseln im Getreide erst richtig. Das ergibt Muster die vom Boden aus unsichtbar sind.

Nach dem Shooting: Bearbeitung in Lightroom

Mohnfelder verleiten zur Übersättigung. Rot sieht in der Kamera schon knallig aus – und noch mehr Sättigung macht es schnell unecht.

Mein Ansatz: HSL-Regler für Rot und Orange leicht sättigen (+10 bis +20), aber gleichzeitig die Helligkeit der Rottöne leicht senken – das ergibt ein sattes, tiefes Rot statt einem plakativen Neon-Effekt. Farbtemperatur leicht warm lassen für die Morgenstimmung. Klarheit +10 für Struktur in den Blüten.

Jetzt bist du dran

Schau in den nächsten Tagen bei einem Feldweg-Ausflug genau hin. Wenn du ein Mohnfeld siehst – stell heute Abend den Wecker.

Das Licht wartet nicht. Der Mohn auch nicht.

Zeig mir dein Ergebnis! @fotoboxknissen auf Instagram oder direkt per Nachricht. 🌺

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2 Kommentare

  1. Sehr coole Anleitung, danke. Ich nutze ebenfalls Lightroom und werde das mal für meine Bilder verwenden.

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    • Vielen lieben Dank für Dein Feedback. Probier es aus, ich drück Dir die Daumen.

      Reply

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